Doch noch…

Vergangenen Sonntag habe ich doch noch ein paar auf den Feldern stehende Kraniche fotografieren können. Damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet, eher damit, dass gar keine Kraniche mehr da sind. Wirklich gute Fotogelegenheiten waren allerdings schon rar, und auch das Licht spielte die üblichen Streiche. Trotzdem freue ich mich, die Kraniche erwischt zu haben. Wer weiß, ob es dieses Jahr überhaupt noch gute Fotogelegenheiten gibt.


Hier passte mein Timing nicht ganz. Bruchteile von Sekunden vorher warf der erste Kranich einen tollen Schatten auf den Zweiten.

Mit fliegenden Kranichen habe ich mich dieses Jahr leichter getan. 😉

Zu viele Aussteiger

Dieses Jahr sind mir kaum Fotos von Kranichen auf den Feldern gelungen. Zum einem ist das dem recht schlechten Wetter (im Vergleich zum Vorjahr) geschuldet. Zum anderen leider „Kranichfreunden“, die sich bei der Beobachtung der Tiere falsch verhalten. Anstatt die scheuen Tiere aus dem Auto zu beobachten, wird sofort ausgestiegen, teilweise noch auf die Kraniche zugegangen. Damit sieht man weder besser, noch bekommt man bessere Fotos. Die Tiere reagieren sofort, indem sie sich entfernen oder erschreckt auffliegen.

Die Kraniche sind nicht dazu hier, damit die Menschen was zum Gucken haben, sondern, um sich für ihre weitere Reise zu stärken. Darum sollte es unbedingt vermieden werden, sie aufzuscheuchen. Dadurch werden möglicher Weise Jungtiere von ihren Eltern getrennt und müssen, um diese wieder zu finden, unnötig Energie vergeuden.

Also bitte, im Auto sitzen bleiben und die Kraniche von dort aus betrachten. Weitere Tipps zur Kranichbeobachtung stehen hier.

Hier entfernen sich die Kraniche etwas von mir, weil ich mit dem Objektiv gegen den Scheibenrahmen gekommen bin und deshalb eine abrupte Bewegung gemacht habe. Selbst darauf reagieren sie schon. Meine Dummheit, ärgert mich und passiert nicht wieder. Allerdings haben die Tiere schon einen ganz anderen Störenfried im Blick, nämlich einen sich nähernden Radfahrer. Sekunden später flogen sie deshalb auf.


Diese Kraniche reagieren auf zwei Spaziergänger mit Hund, weit über 200 Meter entfernt in einer Wiese. Um mich im Auto und viel näher dran kümmern sich überhaupt nicht, weil ich mich ruhig verhalte. Die Anwesenheit der Spaziergänger und vor allem des Hundes reicht aber, sie zu verscheuchen. Da kann ich ihnen nur noch hinterher fotografieren. 😮



Vor allem im Sinne der Tiere, aber auch der anderen Beobachter und Fotografen bitte ich um etwas mehr Rücksicht im Umgang mit den Kranichen.

Kranichbeobachtung – Tipps

Es ist wieder Kranichzeit im Teufelsmoor. Ich mag diese Tiere sehr gerne und versuche, sie möglichst oft zu beobachten und zu fotografieren. Wie immer mehr andere auch. Leider verhalten sich nicht alle angemessen. Darum ein paar Tipps.

Kraniche sind sehr scheue Tiere, die einen Störenfried schon auf große Entfernung wahrnehmen und darauf reagieren. Will man die auf den Feldern stehenden Kraniche vom Auto* aus beobachten, sollte man sich ihnen langsam nähern. Vor Öffnen des Fensters das Radio aus! Im Auto keine hektischen Bewegungen machen und den Kopf nicht aus dem Fenster strecken. Auf keinen Fall aussteigen und auf die Tiere zugehen. Ob sich ein Kranich gestört fühlt, merkt man daran, dass er aufhört zu fressen und den Kopf hebt und die Umgebung absucht. Manchmal gehen die Tiere dann nur ein Stück weiter weg, manchmal fliegen sie leider davon. Dann hat man sie zu sehr gestört.

Will man die Kraniche beim An- oder Abflug ihrer Schlafplätze beobachten, sollte man sich möglichst nicht frei auf einen Weg stellen, sondern sich unter einem Baum verstecken oder neben einem Busch stellen. Warme Kleidung ist sehr zu empfehlen. 😉 Aber keine helle und vor allem keine auffällige rote Kleidung. Kommen die Kraniche dann auf einen zu geflogen, ruhig stehen bleiben, keine hektischen Bewegungen machen. Auf Hunde reagieren Kraniche übrigens schon auf sehr große Entfernung und drehen ab.

Beim Fotografieren auf keinen Fall den Blitz benutzen. Das verscheucht sie sofort. Zudem reicht kein Blitz weit genug für brauchbares Licht. Wenn sie den Blitz ihrer Kamera nicht abschalten können, sind sie zum Fotografieren da falsch! Sag ich mal so drastisch. Dann lieber nur gucken und genießen.

* Ich erwähne mal sicherheitshalber, dass die Straßenverkehrsordnung zu beachten ist!

14.10.2012, Nachtrag: Hier habe ich einen Tipp für ein meiner Meinung nach günstiges aber gutes Fernglas, mit dem sich die Kraniche sehr gut beobachten lassen.