Langzeitbelichtungen ohne Graufilter / Mehrfachbelichtungen

Oft sind die Belichtungszeiten für den „Fließeffekt“ von Wasser selbst bei niedrigstem ISO-Wert und geschlossener Blende nicht lang genug. Die Lösung ist einfach: Graufilter vor das Objektiv schrauben. Was aber, wenn man den Graufilter vergessen hat? Dann eben den Polfilter nehmen 😉 , der bringt immerhin ca. 2 Blenden Licht weniger. Wenn man den aber auch nicht hat?

Eine Möglichkeit ist, das Bild im RAW-Format aufzunehmen und stark über zu belichten. Im RAW-Konverter lässt sich eine Überbelichtung bis zu einem gewissen Grad rückgängig machen. Bei zwei Blendenstufen Überbelichtung hat es bei mir noch geklappt, bei drei nicht mehr. Kann am Dynamikumfang der Kamera liegen, oder auch, dass bei der Testaufnahme irgendwas schief gelaufen ist. Muss man für die eigene Kamera einfach mal ausprobieren. Zudem muss das Motiv so beschaffen sein, dass helle Bereiche nicht „auf der Strecke“ bleiben. Hätten meine Testbilder zum Beispiel noch einen hellen Himmel gehabt, der bei einer normalen Aufnahme schon fast ausgefressen wäre, hätte ich den später nicht mehr retten können.

Die Überbelichtungs-Methode hat also ihre Grenzen. Eine weitere Alternative ist eine Mehrfachbelichtung in der Kamera. In meinem Beispiel zeigt eine Mehrfachbelichtung aus 8 Aufnahmen schon einen deutlichen Fließeffekt.

Was aber, wenn die Kamera keine Mehrfachbelichtungen ermöglicht? Ich habe mit hoher Bildfrequenz (6 Bilder pro Sekunde) eine Serie von 14 Einzelaufnahmen geschossen, und diese in Photoshop zu einem Bild verrechnen lassen. (Wie das geht, zeige ich in einen weiteren Artikel.) Funktioniert vergleichbar der Mehrfachbelichtung in der Kamera, nur dass hier die Anzahl der einzelnen Aufnahmen nicht so begrenzt ist (meine Kamera erlaubt höchstens 10 Aufnahmen bei einer Mehrfachbelichtung).

Hätte der Bach bei meinen Testaufnahmen mehr Strömung gehabt, wäre der Fließeffekt natürlich bei jeder Methode noch besser gewesen. Einige Methoden lassen sich auch kombinieren, was ich auch noch ausprobieren will.

Ob andere Bildbearbeitungsprogramme die Möglichkeit, Bilder zu einer Mehrfachaufnahme zu verrechen, auch bieten, weiß ich nicht. Da Photoshop nicht gerade billig ist, empfiehlt sich wohl doch der Kauf eines oder zwei (mit unterschiedlichen Blendenstufen) Graufilters. Den bei Bedarf dabei zu haben, ist schlicht unbezahlbar. 😉 😀

(Thanks for these cool tips, RC and Matt)

Den Arsch abgefroren

Gestern war ich (natürlich) wieder in den Postwiesen. Die Situation mit den weiträumig überfluteten und gefrorenen Wiesen fasziniert mich einfach. Dazu sieht es jedes Mal irgendwie anders aus. So gefroren wie gestern habe ich allerdings noch nie dort. Laut Thermometer waren es null Grad. Durch den heftigen Ostwind war es aber extrem unangenehm. Minus 10 Grad einige Tage vorher waren jedenfalls angenehmer zu ertragen.

Für ein Bild habe ich mich einen Moment auf das Eis gekniet und gewartet, bis das Licht „passte“. Prompt sind mir die Hosenbeine leicht am Eis fest gefroren.

Postwiesen, dann doch noch

Nachdem mir am Breiten Wasser das Licht abhanden gekommen war, bin ich doch noch kurz wieder in die Postwiesen gefahren. Wolken und Licht waren auch dieses Mal wieder unglaublich. Ich kann mich daran derzeit gar nicht satt sehen, was wohl auch verständlich ist, nimmt man die wenigen schönen Tage, die derzeit vielen Mistwetter-Tagen gegenüber stehen.

Am Breiten Wasser

Bei meinem gestrigen Spaziergang in den Hammewiesen bin ich zum Breiten Wasser gegangen, in der Hoffnung, dort endlich einmal Gänse zu fotografieren. Leider habe ich die nur in großer Entfernung und für mich unerreichbar gesehen. Dafür wurde ich von einer tollen Wolkenstimmung entschädigt und konnte viel frische Luft genießen. Was an Vögeln zu sehen war, war immer zu weit weg für mich, wie auch der Streit zwischen Bussard und Krähe.