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Lumiquest SNOOT

Kurztest

Der Nikon SB-800 bietet standardmässig einige Möglichkeiten, das Licht weich bzw. diffus zu machen, u.a durch Weitwinkelstreuscheibe und aufsteckbaren Bouncer. Quasi das Gegenteil, nämlich das Licht zu bündeln, um einen präzisen Lichtakzent zu setzen, ist nicht so einfach möglich. Selbst wenn der Zoomreflektor auf 105 mm steht, ist das Licht noch ziemlich weit gestreut. Also habe ich versucht, mir aus einer Papröhre einen "Spot" zu basteln. Das Ergebnis war in Wirkung, Aussehen und Handling äusserst bescheiden.

Nach etwas suchen im Internet bin ich auf den Lumiquest Snoot gestossen. In der Produktbeschreibung stand u.a. folgendes:

"Sie können den SNOOT zu Rollen mit verschiedenen Durchmessern formen, so dass der Lichtspot größer oder kleiner wird....

Lichtverlust: abhängig von der Größe des Lichtspots...."

Das klang doch recht vielversprechend, genau so was wollte ich mir ja basteln. Beim Preis musste ich allerdings zwei mal Schlucken: 33,- Euro! Ach was soll's, schließlich ist es ja ein Hobby, und andere geben für Briefmarken tausende von Euros aus, und können damit nicht einmal Briefe verschicken, weil die teuren Teile nicht mehr gültig sind. Ich habe mir also so eine "Schnauze" bestellt.

Beim Auspacken dann zunächst eine ziemliche Enttäuschung: Eine kleine Plastiktüte mit einem Raumkapsel-förmigen Plastikteil und ein Tütchen mit selbstklebendem Flauschband. Das ist der Gegenwert von 33,- Euro?

Das Flauschband im Snoot selbst macht den Eindruck, dass es nicht all zu oft geöffnet werden sollte, es wirft jetzt schon reichlich "Haare" ab.

Bisher ist es mir auch noch nicht gelungen, den Durchmesser des Kegels zu verändern, da der Klettstreifen zum Verschliessen des Kegels nur eine Position ermöglicht. Vielleicht bin ich auch nur zu blöd, um die Technik zu durchschauen.

Mein Eindruck bis zu diesem Moment: 33,- Euro sind eine Frechheit. Es sei denn, sie werden duch eine hohe Materialqualität, die sich erst im Laufe der Zeit herausstellen kann, gerechtfertigt. Wehe wenn das Material an den Knickstellen in der nächsten Zeit (damit meine ich einige Jahre, nicht Monate) bricht. *

(* Als ich diesen Artikel vor einiger Zeit schrieb, kannte ich die Produkte von Lumiquest und die Marke generell nur wenig. Inzwischen denke ich aber, dass die Preise durchaus gerechtfertigt sind, die Qualität stimmt. Nicht umsonst arbeiten viele namhafte Profifotografen mit Lumiquest-Produkten)

Da ich den Snoot an verschiedenen Blitzen nutzen möchte, reicht das beiligende Befestigungsmaterial nicht aus. Ich habe mir etwas selbstklebendes Flauschband besorgt (Preis 1,50 Euro pro Meter) und damit den SB-24 an den Seiten und oben beklebt.
Damit man am SB-800 den Bouncer noch befestigen kann, muß hier etwas auf die Anbringung des Flauschbandes geachtet werden. Ich habe es bei angesetztem Bouncer einfach direkt dahinter aufgeklebt. Auch hier habe ich nur die Seiten und die obere Fläche beklebt.
Generell sitzt der Snoot am SB-24 etwas besser, da dieser einen größeren Blitzkopf hat. Der SB-800 ist fast schon zu zierlich. (Nachtrag zur Befestigung weiter unten.)

Nun endlich zur Hauptsache: Wie wirkt der Snoot?


Erstes Bild: SB-800 mit Reflektor im Stellung 105 mm. Eine Bündelung des Lichtes ist kaum zu sehen.
Zweites Bild: SB-800 mit gleicher Einstellung und Leistung wie beim ersten Bild, plus Snoot. Der Spot-Effekt wird um so stärker, je mehr Leistung der Blitz mit dem Snoot abgibt. Regelt man die Leistung weit runter, ist der Lichtbündelungs-Effekt geringer.


Um eine Nase ins rechte Licht zu rücken, kommt der Snoot gerade recht.

Mit etwas Übung und wenn man gut zielt, lassen sich sehr schöne Effekte mit dem Snoot erzielen.

Die Testfotos sind noch nicht so optimal, bessere werden folgen, wenn der Snoot länger im Einsatz gewesen ist.

Nachtrag zur Befestigung:
Inzwischen verwende ich Honl Speed Straps zur Befestigung des Snoots. Damit sitzt er deutlich besser am Blitz.