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Selbstgebauter Lichtformer - Das Moosgummidings

Es gibt Situationen, in denen man als Fotograf darauf angewiesen ist, den Blitz im Blitzschuh auf der Kamera zu haben. Dieses ist z.B. der Fall, wenn man möglichst beweglich mit der Kamera und der benötigten Lichtquelle sein will, z.B. bei Familienfeiern oder bei Events in der Menge. In diesen Fällen empfiehlt es sich, für besseres Licht den Blitz über Zimmerdecke oder Wände zu "bouncen", sofern dieses möglich ist.
Im Fachhandel gibt es einige Auf- und Vorsätze für den Blitz, die beim indirekten Blitzen das Licht verbessern sollen. Einen etwas anderen, zudem kostengünstigen Ansatz zum Bouncen bei guter Kontrolle über das Licht, habe ich im Blog von Neil van Niekerk entdeckt.
Anfangs konnte ich mit seinem selbst gebastelten "schwarzen Schaumdings", wie er es selbst nennt, und mit dessen sinnvoller Verwendung, nicht so recht etwas anfangen. Aber dann habe ich weitere Seiten und Beispiele (siehe weiter unten) dazu entdeckt und beschlossen, mir zum Testen auch so ein Teil zu basteln, zumal die Kosten dafür sehr gering sind.

In einem Geschäft für Bastelzubehör habe ich mir eine Moosgummi-Platte besorgt, ca. 2 mm dick und 20 mal 30 cm groß. Preis 0,49 Euro. Dazu vom Drogerie-Discounter einen Zehnerpack Haargummis für 0,99 Euro.
Das Moosgummi habe ich auf 16 x 20 cm und 14 x 20 cm zu Recht geschnitten. So passt ein Teil an den SB-900, das kleinere an den SB-800.


Gummidings an Nikon SB-900


Verkürztes Gummidings an Nikon SB-800

Das Prinzip dieses Lichtformers und seine sinnvollen Einsatzbereiche sind von van Niekerk unter Meine Auswahl an Lichtformern, Das schwarze Schaumding und Abschatten beim Bouncen gegen einfaches Bouncen und von Alex Perry unter Flagging your Light - all bounce sehr gut erklärt und bildlich dargestellt, darum erspare ich mir eine Wiederholung.

Einen ersten eigenen Test zur Wirkung habe ich bereits gemacht. Leider sind meine Models allesamt Flaschen. ;)
Die Wirkung wäre sicher noch deutlicher zu sehen, wären meine "Models" etwas größer und ihre Abstände zueinander größer als ein paar Zentimeter. Die gleichmäßigere Ausleuchtung mit dem "Gummidings" ist aber sichtbar. Da ich keine Korrektur an der Intensität des Blitzes vorgenommen habe, wirkt es minimal dunkler. Aber das wäre schnell zu machen und würde an der Gesamtwirkung nichts ändern. Bei allen anderen Bildern mit verschiedenen Lichtformern ist deutlich eine Tendenz zu einem helleren Vordergrund im Vergleich zum Hintergrund zu sehen. Ja nachdem, in welchem Winkel das Licht an die Decke geworfen wird, wäre das sogar noch ausgeprägter. Ich denke, ich habe bei diesem Versuch generell etwas zu weit nach hinten gezielt.


SB-900 mit Streuscheibe und Gummidings in 60-Grad-Winkel zur Decke gerichtet, Zeitautomatik, Kamera -0,7 EV


SB-900 mit Streuscheibe und Reflektorkarte, 60 Grad zur Decke gerichtet


SB-900 mit Lumiquest 80-20 über Decke geblitzt


SB-900 mit Lumiquest 80-20 und weißer Reflektorscheibe direkt geblitzt

Das "Gummidings" funktioniert problemlos auch bei Aufnahmen im Hochformat, was bei einigen anderen Blitzauf- und Vorsätzen nicht der Fall ist.


SB-900 mit Streuscheibe und Gummidings in ca. 60-Grad-Winkel zur Decke gerichtet

Für ca. 1,50 Euro ist dieser selbstgebaute Lichtformer mehr als einen Versuch wert, denke ich. Zudem wiegt er fast nichts und lässt sich problemlos in der Fototasche verstauen.
Was jetzt noch fehlt ist ein sinnvoller Name für das "Gummidings" ;)